Eine der Goldenen Regeln der Portraitfotografie lautet "involviere das Modell in das Shooting". Zur Abwechslung habe ich es dann mal mit Überraschung probiert.
Es gibt Fotomodelle, die haben ihre Schokoladenseiten. Und dann gibt es welche, die sind von allen Seiten süß. Aber egal ob dunkel oder eher der helle Typ - sie brauchen alle Licht und eine wohlwollende Kamera.
T. Cremer
Weiches flächiges Licht von links auf das Bunny - hartes gerichtetes Licht von rechts auf die Kamera. In diesem Sinne schöne Ostern.
Ich habe G.A.S. Ich sprach schon mal darüber. Auch von ersten Therapie-Erfolgen. Aber sein wir ehrlich: Es gibt Dinge, die braucht man einfach. Zum Beispiel einen Kamera-Gurt. Ja - auch bei meiner Kamera war so ein Gurt dabei. Und wer es genau wissen will, ich habe sogar noch welche in der Schublade. Aber dabei handelt es sich um solche Gurte, die man entweder über den Nacken führt - was aufgrund des Gewichts meiner Kamera ziemlich schnell zu Halsstarre führt - oder man trägt die Kamera lässig wie eine Handtasche auf einer Schulter. Dies führt dann zum sogenannten Seemannsgang mit Backbord-Neigung. Im Endeffekt habe ich den Kameragurt dann immer um das Handgelenk gewickelt - was aber auch nur eine begrenzte Zeit gut ging, bevor sich der Gurt gelockert hat und ich das Ganze neu wickeln musste. Die erste Idee für Abhilfe zu sorgen, war eine Handschlaufe. Dabei hatte ich mich für eine mit Schnellverschluss entschieden. War super: "Schatz kannst du mir mal bei den Kindern helfen?" "Würde ich total gerne - aber meine Kamera lässt mich nicht mehr los." Wie gesagt, so eine Handschlaufe ist wirklich gut: Sie stützt die Kamera in der Hand - um so geschlossener das System, desto besser. - Der Rest war Teil unserer Familien-Therapie.
Der nächster Versuch ist nun ein Kameragurt, der quer über die Schulter getragen wird. Nicht ganz billig, wenn man die einschlägigen Markenprodukte im Fokus hat, aber es wird eine überraschende Fülle an Ausstattungs-Features geboten (wirklich - ich war überrascht und auch irgendwie begeistert (G.A.S.), wie man aus einem einfachen Gurt so ein High-Tech-Dingens machen kann). In die engere Auswahl haben es der Joby Pro Sling Strap, der Sun-Sniper und der Klassiker Blackrapid RS7 geschafft.
Manche Bilder sind einfach eine Gelegenheit aus Licht und Schatten. Wir waren in einem Restaurant auf einem Berg über dem Passauer Land. In der Hoffnung ein paar schöne Bilder vom Sonnenuntergang zu schießen hatte ich die Kamera und ein Stativ ins Auto gelegt. Alles richtig gemacht :-)
David Hobby hat mal sinngemäß gesagt: "Im Prinzip kannst du alles mit Systemblitzen beleuchten, was du dir vorstellen kannst." Ja - das ist leicht gesagt, wenn man seit 20 Jahren nichts anderes macht.
Für den Einsteiger liegt aber das Problem allzu oft in der Vorstellungskraft. Schließlich heißt es nicht umsonst: "Erfahrung lässt sich nur durch eins ersetzen: Durch noch mehr Erfahrung".
Vorschau
Wenn du wissen willst, wie es auch anders geht oder auch nur warum das Modell einen schwarzen Kubus vorm Gesicht hat, dann klicke auf "weitere Informationen >>>" (wenn du es nicht schon bereits getan hast).
Im März geht die Sonne früh unter. Der Mond steht flach. Und die Scateboarder fliegen tief. Kaum ist es mal etwas wärmer kommen sie alle aus ihren Löchern.
Schön ist es, wenn man dann die Kamera dabei hat. Und das 11-Milimeter-Objektiv. Und den manuell angesteuerten Blitz. Wenn man dann das Blitzkabel nicht vergessen hat - und alles auf ein wunderbares Foto hinaus zulaufen scheint... Dann schreit garantiert die kleine Tochter "Papaaaaaa! Ich muss maaaaal!" Dann muss Mann Entscheidungen treffen.